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Geschichte

Von der Vorstadtschule zum Innenstadt-Kolleg – Von Monika Thomas-Tschirschnitz

Vor mehr als 50 Jahren wurde das HAK gegründet. Eine Zeitreise durch Matheklausuren, zu Kleidervorschriften und Protesten mit lebendem Pony
„Auf Grund Ihrer Bewerbungsunterlagen hat die Zulassungskommission der Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen Sie zur Aufnahmeprüfung zum Hansa-Kolleg zugelassen“. Mit diesen Worten wurden die 130 Prüflinge des ersten Jahrgangs im Frühjahr 1962 zur Aufnahmeprüfung im Mai eingeladen. Die Prüfung fand dann an drei aufeinanderfolgenden Tagen jeweils von 8.00 bis 17.00 statt.
„Die Prüfung ist unentgeltlich. Für Fahrt, Unterkunft und Verpflegung haben Sie selbst aufzukommen. Gegen Vorlage dieser Aufforderung können Sie in der Jugendherberge Stintfang für 1,60 DM pro Nacht übernachten. Ein gutes Mittagessen erhalten Sie für 2,00 DM in dem Restaurant der Mensa. Für die Prüfung selbst bedarf es keiner unmittelbaren Vorbereitungen. Ihre Begabung wird z.T. auf Ihrem Berufsfeld geprüft, z.T. auf Gebieten, die Ihnen sehr fern liegen. Voraussetzung ist, daß Sie ausgeschlafen und guten Mutes sind.“
Was mögen die jungen Leute 1962 wohl gedacht haben, was mögen sie befürchtet haben, als sie diese Informationen erhielten?
Die Auswahl der Prüflinge war bunt gemischt: 1/3 mit 8-jähriger Volksschule ohne Fremdsprachenkenntnisse, 1/3 mit einem Realschulabschluss und das letzte Drittel mit – schon damals so genannten – „gebrochenen Bildungsbiographien“. Gemeinsam war allen Prüflingen, dass sie eine Berufsausbildung mitbrachten. An diese Berufsausbildung wurde dann sowohl in der Prüfung als auch in der späteren Ausbildung angeknüpft. Ein Kandidat der ersten Stunde mit Volksschulzeugnis und Ausbildung zum Post-Mitarbeiter erzählte mir:
„Als ich die Matheaufgaben sah, wusste ich überhaupt nicht, was ich tun sollte, ich verstand schon den Auftrag überhaupt nicht, so was hatte ich in meiner Schulzeit überhaupt nicht gehabt.“ Als er ab- und damit aufgeben wollte, wurde er zum Spaziergang an die Alster geschickt, und als er wiederkam, gab es für ihn eine andere Matheaufgabe. Eine frühe Form von Individualisierung, die aber nur in Zeiten unausgereifter Standardisierung und noch nicht auf Schulrecht spezialisierter Anwaltskanzleien denkbar war. In anderen Prüfungsteilen wurde erst einmal Unterricht erteilt (z.B. in Biologie zum Thema Farne). Anschließend wurde in einer Arbeit abgeprüft, was „hängengeblieben“ war.
Nach diesen drei Prüfungstagen blieben dann von den 130 Bewerbern 25 übrig, die in den ersten Jahrgang aufgenommen wurden.
Am 16.8.1962 hatten sich die Kollegiaten mit ihrem gesamten Gepäck im Kinderheim Blinfüer in Rissen einzufinden. Das Wohnen im Internat war Pflicht, das Sorglos-Paket umfasste Wohnen, Essen, Wäschewaschen, Krankenversicherung und 50 DM Taschengeld im Monat. Was alles zur Grundausstattung gehörte, das erfuhren die Kollegiaten in einem Info-Brief des Lehrgangsleiters, dort hieß es u. a.: „Die Zimmer werden zu mehreren bewohnt, zur individuellen Grundausstattung gehört ein kleiner Arbeitstisch mit Lampe, ein Bett, ein Aktenständer, ein Schrank, 80cm breit, dabei ist das Wäschefach 40 cm breit“. Weiter heißt es in den Informationen:
„Nun kommt das schwierigste Problem, die Kleidung. Bei der Auswahl Ihrer Ausrüstung sollten Sie darauf achten, dass es sich um Kleidungsstücke handelt, die leicht zu pflegen und zu säubern sind. Weiter sollten Sie es so einrichten, daß Sie zum Unterricht stets in angemessener Kleidung erscheinen können…der vorhin erwähnte Schrank dürfte Raum genug bieten, um neben dem Mantel noch mehrere Anzüge aufzunehmen, für die Sie aber bitte die Kleiderbügel mitbringen. Sie sollten auch möglichst einen dunklen Anzug verfügbar haben, damit Sie sich für gesellschaftliche Veranstaltungen entsprechend kleiden können“. Wahrscheinlich gab es auch ein entsprechendes Merkblatt für die angehende Kollegiatin, die waren aber damals noch sehr deutlich in der Minderzahl. Und dann noch folgender Hinweis:
„Geräte für Sport- und Spiel werden nicht gestellt, können aber von Ihnen mitgebracht werden; hier ist jedoch Beschränkung sinnvoll, da einerseits freie Zeit knapp bemessen ist, andererseits die Gefahr besteht, daß man sich von den eigentlichen Zielen ablenken läßt.“
Zwei Jahre lernten die jungen Leute in Rissen: außerhalb der Essenszeiten fand der Unterricht im Speisesaal statt, im Klassenverband und mit einer klaren Orientierung an der mitgebrachten beruflichen Ausbildung. „Der Unterricht im Hansa-Kolleg geht von der in Beruf und Leben gewonnenen geistigen Fähigkeiten der Teilnehmer (-innen) aus und vermittelt im wesentlichen einen Bildungsumfang, wie er für die Reifeprüfung verlangt wird. Der Unterricht wird in folgenden Fächern erteilt: Deutsch, Englisch, Latein, Mathematik, Physik-Chemie und Gemeinschaftskunde (die Fächer Geschichte, Geographie und Sozialkunde einschließlich Volkswirtschaftslehre umfassend). Für Biologie, Philosophie, Kunsterziehung und Musik werden verbindliche Arbeitsgemeinschaften eingerichtet. Der Unterricht stellt sich in allen Fächern auf den berufserfahrenen Erwachsenen ein und leitet ihn außerdem in zwei speziellen Arbeitsgemeinschaften an, seinen eigenen Beruf in einem größeren Zusammenhang, d.h. wirtschaftlich, historisch, soziologisch und ethisch zu begreifen. In einer abschließenden, größeren schriftlichen Arbeit soll der Teilnehmer nachweisen, daß er seine Erfahrungen im Beruf verarbeitet hat.“
Ich gestehe, ich kann mir gar nicht richtig vorstellen, wie Unterricht mit diesem Anspruch organisiert war, und ich kann mir auch gar nicht vorstellen, wie z.B. der Englischunterricht (immerhin als weitergeführte Fremdsprache) funktioniert hat, mit Schülern, die z.T. kein Wort Englisch konnten.
Um diesen so unterschiedlichen Startbedingungen gerecht zu werden, hatte Reinhold Adam, der erste Leiter des Hansa-Kollegs, ein besonderes System der Leistungsmessung ersonnen. Seine Skala begann bei 0 und war nach oben offen und jede Dezimalstelle kam vor. Für jeden Kollegiaten hatte Herr Adam so einen persönlichen Leistungszollstock in seinem Büro und der Zugewinn an Kenntnissen wurde genau dokumentiert. So konnte jemand, der bei 0,1 gestartet war, sich nach einem halben Jahr über 4,2 schon sehr freuen und wurde von Herrn Adam ermutigt. Carl-Heinz Doose, Kollegiat des ersten Jahrgangs, hat mir versichert, dass das klappte. „Aber natürlich wurde fast rund um die Uhr gelernt.“
Der Unterricht war meist mittags zu Ende, dann wurde in Arbeitsgruppen der Stoff wiederholt, es wurden Vokabellisten auswendig gelernt und Hausaufgaben angefertigt. Nebentätigkeiten waren nicht erlaubt und kamen auch nicht vor.
Die Motivation, das alles auf sich zu nehmen war „Wissensdurst, Neugier auf eine ganz neue Welt und natürlich auch der Ehrgeiz, beruflich weiter zu kommen.“ Ähnliches liest man auch noch heute in den Bewerbungsschreiben der Kollegiaten, ein so striktes Ausbildungsprogramm würde heute aber wohl kaum jemand durchstehen.
Die Rundumversorgung durch Frau Schröder, die Hausdame im Internat, entlastete die Kollegiaten damals natürlich von den normalen Alltagssorgen, entmündigte sie allerdings auch. Jedem Nichterscheinen, jeder Verspätung wurde sofort auf den Grund gegangen, die Hausordnung war strikt einzuhalten und Damenbesuch musste beantragt und genehmigt werden. Aber es wurden auch Feten gefeiert, Theaterstücke aufgeführt und sogar eine Klassenfahrt nach Brüssel war drin.
1964 zog der erste Jahrgang – immerhin waren noch 21 dabei – dann nach Wellingsbüttel ins „Herrenhaus“ um und machte hier das Abitur.
Bevor das „Modell Hansa-Kolleg“ an den Start gehen konnte, waren Planungen, Ideen, Visionen zu entwickeln.
Anfang der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde deutlich, dass in so manchem berufstätigen jungen Menschen Begabungsreserven schlummerten, die zu aktivieren ein Gewinn für die Volkswirtschaft darstellen konnte. Überdies versagte der Erste Bildungsweg noch zu vielen auf Grund von persönlichen oder familiären Umständen die Chance auf höhere Bildung.
Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein taten sich zusammen, um durch die Gründung eines Kollegs diese Begabungsreserven zu aktivieren und für größere Chancengerechtigkeit zu sorgen. Mit einem Ländervertrag wurden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, für die konkrete Ausgestaltung bedurfte es engagierter Lehrerinnen und Lehrer.
So ein Mann der ersten Stunde war Reinhold Adam, Jahrgang 1923, der durch die Wirren des zweiten Weltkrieges erst nach dem Krieg Abitur machen konnte, dann Englisch, Biologie und Chemie studierte, Referendar und dann Lehrer am Gymnasium Barmbek- Uhlenhorst wurde. Er war ein begeisterter Lehrer und ein tüchtiger Fachkollege und so wurde er von OSR Wagner und Schulsenator Landahl entdeckt und mit der Erarbeitung eines Konzeptes für das Kolleg, der Organisation des ersten Jahrgangs und der Leitung des Hansa-Kollegs betraut. Reinhold Adam war mit 39 Jahren der jüngste Schulleiter Hamburgs.
Die Keimzelle des Hansa-Kollegs lag in der ABC-Straße, bestand aus einem Chef und einer Sekretärin, zwei Schreibtischen, einer Schreibmaschine und einem Telefon. Die Frage nach der Sekretärin löste Reinhold Adam übrigens ganz unkompliziert: er verpflichtete seine Ehefrau, die mit einer kaufmännischen Ausbildung dafür ausgezeichnete Voraussetzungen mitbrachte. Wie streng vor 50 Jahren noch auf Formen geachtet wurde, dass erzählte mir Frau Adam: „Im Büro wurde ich von meinem Mann gesiezt.“
Das Ehepaar Adam bereiste Deutschland und schaute sich Internate und Studentenwohnheime an, um eine Idee für die Organisation eines Wohnheimes zu bekommen, „wie in München und Würzburg, das wollte mein Mann jedenfalls nicht“. Schon recht bald bekam des „Team Adam“ Unterstützung: Herr Türkow, der die Rolle des Konrektors übernahm, Frau Wilhermi und die Herren Götsch und Nitt, Lehrer der ersten Stunde. Wobei – dies sei an dieser Stelle angemerkt – Herr Nitt bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1995 dem Kolleg treu blieb und viele Kollegiaten entscheidend prägte.
Wenn auch in den Anfangsjahren des Kollegs ein strenges Regiment herrschte, so waren persönliche Annäherungen nicht nur dem gemeinsamen Wissenserwerb vorbehalten. Bis heute ist das gemeinsame Lernen und Arbeiten am Kolleg immer wieder der Beginn einer kleinen oder großen Liebe, und inzwischen haben wir sogar schon Kollegiaten, deren Eltern vor zwei Jahrzehnten ihr Abitur am Kolleg machten.
Die Ära Adam währte knappe 10 Jahre, die Kollegiaten emanzipierten sich immer mehr, die 68-er Protestbewegung fand ihre Ausläufer auch im Kolleg, das strenge Regiment im Wohnheim wurde zunehmend als Gängelung empfunden, die starke Gewichtung der Berufstätigkeit passte nicht mehr zu den Bewerbern, die ja oft gerade nach einer Alternative zu einem ungeliebten Beruf suchten. Zuerst fiel die berufsbezogene Jahresarbeit weg, dann der berufliche Teil der Aufnahmeprüfung (1970/71). Adam, der mit Begeisterung gerade das berufsorientierte Konzept vertrat, mochte sich mit der immer stärkeren Ausrichtung an der gymnasiale Oberstufe nicht recht anfreunden. Ab 1971 gab es am Kolleg kein Lehrgangssystem mehr, das Kurssystem mit Grund- und Leistungskursen hielt auch im Zweiten Bildungsweg Einzug. Reinhold Adam wollte nicht länger Leiter des Kollegs sein.
Ein neuer Leiter musste gefunden werden. Otto (Quirin) Kaiser, der schon einmal mit dem Fach Bildende Kunst eine Teilabordnung ans Hansa-Kolleg hatte und aus dem Auslandsschuldienst zurückkehrte, konnte für diese Tätigkeit gewonnen werden. Damit übernahm ein im Schulalltag erfahrener und erprobter Pädagoge das Ruder in Zeiten des Umbruchs. Das System der reformierten Oberstufe musste im Hansa-Kolleg umgesetzt werden, die Zahl der Kollegiaten war pro Jahrgang von 25 auf 75 erhöht worden und die Wohnheimpflicht gab es nicht mehr.
1971 gab es auch einen Wechsel im Wohnheim: Frau Baum übernahm das Zepter und lockerte die engmaschige Betreuung. Gegenseitige Besuche waren erlaubt. Die „Vollpension“ blieb aber bis 1985 bestehen. Inzwischen erhielten die Kollegiaten auch BAföG. Gab es 1971 noch Wartelisten für das Wohnheim, so verlor es in den achtziger Jahren immer mehr an Attraktivität. Die wunderschöne Lage des Kollegs direkt am Alsterlauf in einer der begehrtesten Wohnlagen Hamburgs war für die Kollegiaten keineswegs anziehend. Zu weit draußen, zu weit weg vom quirligen Leben der Metropole Hamburg und inzwischen auch nicht mehr so konkurrenzlos günstig. Auf dem freien Wohnungsmarkt gab es WGs, die preislich vergleichbar waren und mit eigenen Möbeln eingerichtet werden konnten.
1978 zog es Otto Kaiser wieder in den Auslandsschuldienst, er übernahm die Leitung der deutschen Schule in Barcelona.
Wieder musste eine Leitung für das Kolleg gesucht werden. Diesmal gab es eine Vielzahl von Bewerbern, das Kolleg war attraktiv geworden. 1978 übernahm Dr. Klaus Joerden die Leitung und gestalte bis zu seiner Pensionierung gut zwanzig Jahre die Geschicke der Schule. In seine Amtszeit fällt beispielsweise die Umgestaltung des Fächerkanons Ende der 80er Jahre. Bis dahin war Latein die zweite Pflichtsprache am Kolleg, und mindestens einer der zwei Leistungskurse war aus dem Fächerangebot Mathe, Englisch, Physik oder Latein zu wählen. Um neben Latein auch Französisch als zweite Fremdsprache zu etablieren und das Leistungskursangebot um das Fach Biologie zu erweitern, starteten die Kollegiaten eine groß angelegte Kampagne, die darin gipfelte, dass eine Abordnung mit einem Pony die allgemeine Lehrerkonferenz, die im Hochparterre tagte, stürmte. Letztlich mit Erfolg, wenn auch ein Kollege lautstark verkündete, dass mit der Aufgabe der Pflichtsprache Latein nun der intellektuelle Ausverkauf begönne, denn „es ist einfach unvorstellbar, dass ein Abiturient nicht Latein gelernt hat.“
Eine Bedrohung ganz anderer Art ging von den Gesetzesinitiativen zur BAföG-Reform aus. Hätte man den Zweiten Bildungsweg aus der elternunabhängigen Förderung gestrichen oder das Mindestalter herauf- oder die Förderungsdauer herabgesetzt, so hätte dies das Steuersäckel zwar erheblich gefüllt, die Existenz des Kollegs aber bedroht. Dank der beherzten Aktionen von Schulleitung, Kollegiaten und Ehemaligen und durch den gemeinsamen Protest des Bundesrings der Kollegs ist es nicht dazu gekommen. Übrigens stammt der Schulverein des Hansa-Kollegs, der durch das Engagement des Ehepaars Kristina und Griff Anderson 1982 ins Leben gerufen wurde, aus dieser Zeit des Protestes.
Die Renovierung des Herrenhauses 1986 ließ die Hoffnung aufkeimen, dass das Hansa-Kolleg von nun an aus Wellingsbüttel nicht mehr wegzudenken sei. Eine trügerische Hoffnung, denn schon 1989 drohte dem Kolleg die Schließung, und wieder mussten alle Kräfte mobilisiert werden, um dies zu verhindern. Knapp 10 Jahre später war der Sparzwang im Bildungsbereich dann erneut so übermächtig, dass des Finanzsenators begehrliche Blicke immer häufiger auf dem Sahnegrundstück am Alsterlauf ruhten.
Alle Proteste halfen nicht, 1997 zog das Kolleg von Wellingsbüttel in die Von-Essen-Straße nach Barmbek. Was für viele Kollegen einer Vertreibung aus dem Paradies gleichkam, erlebten nicht wenige Kollegiaten als Verbesserung, liegt doch Barmbek viel zentraler. In Wellingsbüttel ist nun eine prächtige Seniorenresidenz für gehoben Ansprüche entstanden – die alten Schulgebäude wurden abgerissen, und im Herrenhaus wurde aus dem alten Speisesaal ein Café.
Die Räumlichkeiten in Barmbek wurden komplett renoviert und umgebaut, durch eine Kooperation mit der Schule Uferstraße gibt es wieder ein warmes Mittagessen und seit 2001 hat das Kolleg auch wieder ein Wohnheim. Damit ist die Geschichte des Kollegs im 21. Jahrhundert angekommen und kann nun knapp zu Ende erzählt werden.
Von 1999 bis 2006 leitete Werner Pantel das Kolleg. Der schulpolitische Gestaltungswille der Schulbehörde nahm unübersehbar  Tempo auf und das Kolleg – als Gymnasium für Erwachsene – blieb davon nicht verschont. Zu nennen wären beispielsweise die verordnete Entwicklung eines Schulprogramms, die Umsetzung des Lehrerarbeitszeitmodells – eine echte Herausforderung für den stellvertretenden Schulleiter Herrn Kühn – die Einführung des Zentralabiturs in einigen Fächern, die Pflicht zur Erarbeitung von Ziel- und Leistungsvereinbarungen und erste Überlegungen zur Profil-Oberstufe.
Von 2006 bis 2008 leitete dann Udo Bonorden das Hansa-Kolleg. Zum ersten Mal seit fast 30 Jahren kam damit wieder ein Schulleiter aus dem Ersten Bildungsweg ans Kolleg. Udo Bonorden hatte vorher lange Jahre – bis zur Schließung und Abwicklung – das Gymnasium St. Georg in Horn geleitet und brachte eine Fülle von Erfahrungen mit. Wenn ihm manche Wesensart des Kollegs auch fremd war, so engagierte er sich doch vom ersten Tag an mit Überzeugung für den Zweiten Bildungsweg. Wir lernten durch ihn, unsere uns sehr ans Herz gewachsene Schule auch einmal mit dem Blick des Außenstehenden zu betrachten.
In die zwei Jahre seiner Amtszeit fielen die Einführung des neuen Beurteilungswesens, die Ausgestaltung der Zusammenarbeit mit dem Personalrat und die Überlegungen zur Einführung der Profiloberstufe.
Seit Udo Bonorden 2008 aus gesundheitlichen Gründen vorzeitig in den Ruhestand gehen musste, leite jetzt ich diese einzigartige Hamburger Schule.
Nachdem über die Jahre der Anteil der weiblichen Kollegiatinnen erheblich gestiegen ist, hat das Kolleg nun zum ersten Mal auch eine weibliche Leitung.
In den vergangenen Jahren habe ich einen wahren Strudel an schulpolitischen Änderungen miterlebt. Als herausragend würde ich die Umsetzung der selbstverantworteten Schule nennen, die dem Schulleiter die Rolle eines Vorgesetzten zuweist, die eigenständige Personal- und Finanzplanung im Rahmen fester behördlicher Vorgaben, die Erarbeitung und Umsetzung eines Konzeptes zur Profil-Oberstufe, die veränderten Abiturprüfungen und die Schulinspektion.
Ich bin gespannt darauf, was die nächsten Jahre noch alles bringen werden.

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