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Romreise Nov. 2015

Projektreise nach Rom, 2.-8. November 2015
Jedes zweite Jahr im Herbst findet die Projektreise des Hansa-Kollegs nach Rom statt. Normalerweise zwischen den Sommer- und den Herbstferien – dies Jahr erst im November. Und trotzdem hat die ewige Stadt uns auch diesmal wieder eine späte Hochsommerwoche geschenkt. Wie immer waren wir zu Gast bei den Nonnen des Pallottiner-Ordens und haben von dort aus sieben Tage lang Rom erkundet. Wieder sind wir großzügig unterstützt worden durch die Warburg-Melchior-Olearius-Stiftung, sodass wir die Reisekosten für eine ganze Woche pro Person unter 300 € halten konnten. Wer wissen möchte, was wir in Rom gemacht haben, kann dies in unserem kleinen Reisetagebuch nachlesen.

 

Tag 1 – Montag

Schon um 9:50 Uhr treffen wir uns mit unserer Reisegruppe am Hamburger Flughafen. Drei Stunden später begrüßt uns Rom bei 22 Grad mit blauem Himmel. Der Shuttle-Bus bringt uns zu unserer Unterkunft, einem Nonnenkloster, 15 Minuten vom Hauptbahnhof entfernt. Noch am selben Nachmittag geht es in die Altstadt. Im Bus lernen wir sofort die für deutsche Touristen gewöhnungsbedürftige Fahrweise der römischen Busfahrer kennen. Wir steigen in der Altstadt aus, passieren die erste Seitenstraße und stehen schon vor dem Pantheon, mitten im antiken Rom. Bei Anbruch der Dunkelheit bereits beleuchtet, ist es ein erster grandioser Eindruck, der ahnen lässt, was uns in den nächsten Tagen erwartet.

1,3 pantheon
Pantheon

Ein Highlight des Tages dann noch auf dem Rückweg: Ein Eis-Laden in Supermarkt-Größe bietet alles, was das Herz begehrt. Und selbst abends um elf ist es dann noch warm genug, um am Ende des Tages draußen im Klostergarten zusammen zu sitzen.

Tag 2 – Dienstag

Um neun Uhr starten wir in den Tag, um heute vor allem das antike Rom zu erkunden. Wir starten auf dem Kapitol, dem zentralsten und steilsten der sieben Hügel Roms, auf dem sich früher der Jupiter-Tempel befand und heute, flankiert von zwei Renaissance-Palästen, der Amtssitz des römischen Bürgermeisters steht. Die Aussicht auf die Ruinen des Forum Romanum bis hin zum Colosseum ist atemberaubend. Wir steigen hinab, laufen über das Forum, hoch zum altrömischen Kaiserpalast auf dem Palatin und sehen uns schließlich den Ort der antiken Gladiatorenkämpfe, die gewaltige Arena des Colosseums, von innen an. Wir befinden uns inmitten von Ruinen, die selbst nach Tausenden von Jahren noch die Größe der antiken Welthauptstadt erahnen lassen. Aber Besichtigen ist auch anstrengend: Der Nachmittag beginnt mit einem Eis auf der Tiberinsel. In Trastevere, dem Stundentenviertel der Stadt, probieren wir die eine oder andere Weinbar aus und gehen schließlich lecker essen.

Tag 3 – Mittwoch

3,2 petersdom
Der Petersdom

Das Frühstück wie immer ein wenig spartanisch, aber der Kaffee macht wach … Also geht es auch heute gleich morgens um neun zum Bus. Auf dem Programm steht der Vatikan – mit weniger als einem halben Quadratkilometer der kleinste Staat der Welt, ein Kirchenstaat mitten in Rom, regiert vom Papst. An der Engelsburg vorbei gehen wir direkt auf den Petersplatz, der voll ist von Tausenden Pilgern, weil Papst Franziskus gerade eine Generalaudienz gibt. Wir gehen jedoch zunächst zu den Vatikanischen Museen, einem der größten und eindrucksvollsten Museen der Welt. Man muss kein Kunstliebhaber sein, um angesichts des aufgehäuften Reichtums und der Pracht der endlosen Säle und Gänge sprachlos zu werden. Aber selbst das lässt sich noch steigern: Natürlich gehen wir auch in den Petersdom hinein. Und steigen zum Abschluss des langen Tages 320 Stufen hoch bis auf dessen Kuppel, von der aus wir ganz Rom in der Abenddämmerung überblicken.

Tag 4 – Donnerstag

4,1 via appia antica
Via appia antica

Zum ersten Mal fahren wir heute aus der Stadt hinaus. Wir besichtigen die Katakomben, endlose, mehrstöckig in die Tiefe gebaute Gangsysteme, die den frühen Christen als unterirdischer Friedhof dienten. Sie befinden sich am Rande der Via Appia, der wichtigsten Hauptstraße des Römischen Reiches, die Rom mit Brindisi, dem Hafen für die Schiffe nach Griechenland, verband. Man muss nur wenige hundert Meter laufen und geht dann auf dem Straßenpflaster, auf dem schon Caesar und Cicero geritten oder gefahren sind. Wieder in der Stadt, sehen wir uns die mächtigen Ruinen der Thermenanlage des Kaisers Caracalla an. Schon vor 2000 Jahren bauten die Römer Gebäude von einer Größe, über die wir selbst heute noch staunen würden. Mit einer Pracht, die vom endlosen Reichtum der antiken Metropole zeugt.

Tag 5 – Freitag

5,1 tivoli, villa adriana
Tivoli, villa adriana

Wer will, legt heute einen freien Tag ein und erkundet Rom auf eigene Faust. Aber nur wenige wollen das. Alle anderen fahren mit Metro und Bus raus aus der Stadt in die Kleistadt Tivoli am Hang der Albaner-Berge. Schon die alten Römer fuhren hierher, wenn ihnen Rom zu laut oder zu heiß wurde. So hat sich Kaiser Hadrian unterhalb der Stadt eine spektakuläre Palastanlage bauen lassen, die mit ihren Nachbauten griechischer oder ägyptischer Prachtbauwerke inmitten von Oliven- und Weingärten ein perfekter Kontrast zur Hektik Roms ist. Völlig unerwartet dann in den Gärten der Villa Gregoriana: eine tiefe Schlucht mit ungezählten Wasserfällen. Und noch in der Renaissance liebten die Römer Tivoli. Die einflussreiche Familie Este gönnte sich einen Garten mit den phänomenalsten Wasserspielen. Erst gegen elf sind wir wieder in Rom – erschöpft, aber sehr zufrieden.

Tag 6 – Samstag

6,3 ostia antica
Ostia antica

Rom befindet sich nicht direkt am Meer – und so haben die Römer eine eigene Hafenstadt an der Mündung des Tiber in das Mittelmeer gebaut: Ostia. Der Hafen ist lange versandet und wurde im Mittelalter aufgegeben. Und so ist die antike Handelsstadt heute eine komplett erhaltene Ruinenstadt. Man läuft über die alte Hauptstraße zum Forum, das vom Jupiter-Tempel überragt wird. Linkerhand befindet sich das gut erhaltene antike Theater mit seiner perfekten Akustik: Selbst heute noch kann man unten auf der Freilichtbühne flüstern und hört es auf den obersten Bankreihen genau. Später teilen wir uns in kleinere Gruppen auf und erkunden auf eigene Faust die Ruinen. Zu entdecken gibt es dort unter anderem eine gut erhaltene Taverne, Überreste alter Thermen, Latrinen und Basiliken. Den Nachmittag haben wir zur freien Verfügung und so fahren noch einige an den Strand, andere zurück ins Zentrum. Den letzten Abend verbringen wir in einem Restaurant in der Altstadt – auf den Grundmauern des Pompeius-Theaters: Essen genau an dem Platz, an dem vor 2000 Jahren Caesar ermordet wurde …

Tag 7 – Sonntag

7,1 vor dem kloster
Vor dem Kloster

Sonntag heißt es schon früh fit zu sein. Die Nonnen haben uns eingeladen, an ihrer Messe in der Kapelle des Klosters teilzunehmen. Und obwohl es der letzte Morgen ist, die Woche anstrengend war und uns eine lange Rückfahrt bevor steht, sind vier von uns morgens um 7:30 dabei. Danach lassen wir noch einmal den schönen Garten auf uns wirken, hängen ein wenig ab oder gehen ein letztes Mal raus, um einen guten italienischen Cappuccino zu trinken. Oder essen noch einmal im „Eis-Supermarkt“ das beste Eis der Welt (aktuelle Meinung des Verfassers) – im „Palazzo del Freddo“. Es macht auch heute einfach richtig glücklich … Mit guter Laune gehen wir zum Kloster der Nonnen zurück, verabschieden uns, reparieren die letzten kaputten Reisetaschen und machen uns anschließend auf den Weg zum Bus, der uns zum Flughafen bringen wird. Am Flughafen genießen wir noch alle die letzten Sonnenstrahlen, ehe das Hamburger Wetter wieder über unseren Köpfen toben wird. Aus dem Fenster des Flugzeugs hinunter schauend, kann man nur mit einem schönen Gefühl aus einer Woche gehen, in der man ständig unterwegs war, viel gelernt und phantastische Eindrücke gewonnen hat.

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