Schulhistorie

1962 eröffnete auf der Grundlage eines gemeinsamen Beschlusses von Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg das Hansa Kolleg. Ein Ziel dabei war es, einen Beitrag zur Chancengleichheit zu leisten. Außerdem sollten weitere Begabungsreserven erschlossen werden. Schüler, die aus vielerlei Gründen durch das Bildungsraster fielen, konnten nun am Hansakolleg ihre Hochschulreife nachzuholen.

Der erste Lehrgang hatte allerdings mit widrigen Bedingungen zu kämpfen. So mussten die Kollegiaten zum Teil in Bundeswehrzelten übernachten, da die Renovierungsarbeiten am Kindererholungsheim „Blinkfüer“ in Rissen noch nicht abgeschlossen waren. Im Herbst war das Gebäude dann aber bereit für den Einzug der Schule. Unterrichtet wurde allerdings in den Speisesälen des Gebäudes statt. Dort hatten Kollegiaten und Lehrer eine herrliche Aussicht auf die Elbe, das Alte Land und die Harburger Berge.

Damals fand der Unterricht nicht nur in einem anderen Gebäude, sondern auch nach einem anderen pädagogischen Konzept statt. Während die Kollegiaten heute nach dem Kurssystem unterrichtet werden, gab es damals das so genannte Lehrgangssystem. Dabei wurden die Schüler in Klassenverbände aufgeteilt und durchliefen bis auf ihr viertes Prüfungsfach die gleichen Fächer. Aus der pädagogischen Konzeption ergab sich damals auch eine Internatsstruktur. Die Schüler lebten und lernten in der Schule.

Die damalige Aufnahmeprüfung am Kolleg war im Gegensatz zur heutigen sehr berufsbezogen. Neben ihrem Allgemeinwissen mussten die Prüflinge auch beweisen, dass sie gute Kenntnisse ihres vorherigen Berufs besaßen. Später mussten sie außerdem eine berufsbezogene Jahresarbeit verfassen. Mit dem späteren Übergang zum Kurssystem verschwand der berufsbezogene Prüfungsteil allerdings ebenso wie die Jahresarbeit.

Zwei Jahre später zog die Schule nach Wellingsbüttel im Alstertal. Nach anfänglich wieder provisorischen Unterrichts- und Unterbringungsbedingungen im reparaturbedürftigen Herrenhaus und einer Bundeswehrbaracke wurde wenig später ein Wohnheim eröffnet. 1969 war auch das Unterrichtsgebäude fertig und das Kolleg konnte nun auch das neue Kurssystem umsetzen. Der Internatszwang wich einem Wohnheimangebot. Auch die Schülerzahl wurde verändert: Statt fünfundzwanzig sollten künftig sechzig bis siebzig Kollegiaten pro Jahrgang unterrichtet werden. 1973 wurde zur besseren Unterbringung dieser Schüler ein neuer Schulpavillon errichtet. Neun Jahre später erübrigte sich dessen Zweck allerdings durch einen neuen Fachraumtrakt für Biologie, Chemie und Sprachlabor. Der Pavillon wurde später von der Abteilung Bildende Kunst bezogen.

In diesen Jahren zeigte sich auch eine Wende beim Frauenanteil: Waren es in den Anfangsjahren noch zwanzig Prozent, betrug der Anteil der Kollegiatinnen 1982 bei der Fertigstellung des Fachtraktes bereits sechzig Prozent. Bis heute haben wir etwa gleichviele männliche und weibliche Kollegiaten.

Als das Kolleg seine Feierlichkeiten zum 25-jährigen Bestehen eben beendet hatte, stand das Hansa-Kolleg auf der „Giftliste“. Wie einige andere sollte auch diese Schule aus Kostengründen geschlossen werden. Schnell formierten Lehrer, Kollegiaten und Ehemalige einen beeindruckenden Widerstand. Mit Briefen an Politik und Presse konnte die Schließung letztendlich abgewendet werden.

1996 musste das Hansa-Kolleg allerdings erneut umziehen. Nach einem Beschluss des Senats siedelte die Schule nach Barmbek in die Von-Essen-Straße. In den folgenden Jahren bildete sich das Hansa-Kolleg so heraus, wie wir es heute kennen.

Das Amt für Jugend errichtete im gleichen Jahr ein Kindertagesheim, ein Segen für die zahlreichen Mütter unter den Kollegiatinnen. Der 2500 m² große Schulhof wurde von den Lehrern und Kollegiaten eigenhändig umgestaltet. So befinden sich dort heute Apfelbäume und ein überdachter Fahrradständer. Auch ein Ruhegarten ist vorhanden. Hier wurden Biotope wie Magerwiesen, Vogelschutzgehölz und ein Gartenteich angelegt. Diese werden vom HAK jährlich im Frühjahr und im Herbst gepflegt. Das Hansa-Kolleg eröffnete außerdem einen Mittagstisch. Dies geschah in Zusammenarbeit mit der Schule für Hausarbeit. Behinderte kochen dabei zum Selbstkostenpreis für die Kollegiaten.

Dort, wo früher ein Bolzplatz war, steht heute ein Wohnheim für bis zu 74 Kollegiaten. Seit 2001 gibt es in dem Gebäude Zweier- und Vierer-WG’s für die Schüler. Als Ausgleich für den Bolzplatz wurde mit Hilfe des Hansa-Kollegs ein Kinderspielplatz in der Nähe geschaffen.


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